Ich wurde vorgewarnt. Es wird der reinste Wahnsinn – aber einfach nur super! Plan war es, gemeinsam mit den Kollegen ein Wochenende wegzufahren um Weihnachten zu feiern. Ohne jeglichen Hinweis, wohin es geht. Es sollte eine Überraschung werden…

Es gab klare Anweisungen, dass bei diesem Firmenevent einfach alles passieren kann. Erzählungen der bisherigen Veranstaltungen überhäuften sich und man kam zu dem Schluss; das Weihnachtsfest „einfach passieren zu lassen“ – allein der Termin bestätigt dies: Weihnachten mitten im April.

Freitagnachmittag ging es los – die Taschen waren wunschgemäß „klein“ gehalten und für den Flüssigkeitshaushalt aller Beteiligten war ebenfalls gesorgt.

Nachdem zwei Bullis und ein PKW mit Mensch, Gepäck und Vorrat vollgepackt wurden ging es los… Querfeldein und Richtung Westen… Es kamen mehrere Ideen wohin die Reise führt, allerdings war man sich auch nach der holländischen Grenze nicht ganz sicher. Diese Möglichkeiten! Der geringe Alkoholzufluss der Mitfahrer mag den Fahrer des Führungsfahrzeuges dazu gebracht haben, damit anzufangen die holländischen Kreisverkehre gleich mehrmals zu umrunden –  ein schönes Karussell, dass alle nur noch mehr verwirrte…

Irgendwann war dann aber doch Wasser in Sicht und es stand fest: Es geht aufs Meer! Angekommen bei dem schönen Einmaster „Amore Vici“ und herzlich empfangen von dem Skipper Erik und seiner Frau Jelly sowie der Ma­t­ro­sin Nina.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte dann auch jeder seine Schlafkoje gefunden und konnte sich auf ein leckeres Abendbrot an Bord freuen. Früh ging es zu Bett – manch einer der Kollegen schaffte die 05:00 Uhr Grenze – singend und feuchtfröhlich! Man munkelt, es wurde Handstand geübt und aus Versehen wurde auch bei der Ma­t­ro­sin angeklopft – der große Eingang zum Schiffsbauch, wo sich die Schlafkojen befinden war aber auch einfach zu schwer zu sehen.

Eine noch etwas müde, dennoch sehr amüsierte Nina hatte die Herren dann in die richtige Richtung gewiesen. Der erste Segel Tag konnte beginnen…

Erik hat super Arbeit geleistet einen Haufen von 18 Nichtseglern soweit einzuweisen, dass wir gut aus dem Hafen schippern konnten und auf dem IJsselmeer gemeinsam das Gefühl eines Segeltörns bekommen konnten. Zwar schien keine Sonne, dafür entpuppten wir uns in echte Seebären bei Wind und Wetter. Wir wurden eingewiesen in die Geheimnisse des Segelns, der Tau-Verstauung, der Bojen Verwendung und vielem mehr…. Die einen entdeckten das Klüvernetz und waren nicht mehr gesehen, die anderen fühlten sich ganz als Kapitän (und waren fest beim Ruder zu finden) und wieder andere genossen die Fahrt bei den Leckereien, die Jelly uns bot. Oh! Und wieder andere waren damit beschäftigt bloß nicht Seekrank zu werden :-)

Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann unseren Anlaufhafen für die Nacht: Hoorn

Nach einer kurzen Stadtführung durch den Ort, zauberte Jelly ein leckeres Abendessen auf den Kajütentisch. Den Abend ließen wir dann feuchtfröhlich (einige sehr fröhlich) genüsslich ausklingen…

An diesem Abend wurden neue Bekanntschaften mit den Nachbarskippern gemacht, der dortige Stadtmusiker entwarf sogar spontan ein Liedchen für uns bzw. die Amor Vici. Und einige mutige Kollegen begaben sich auf den abenteuerlichen Trip einen McDrive zu Fuß zu durchqueren um einen Mitternacht Snack zu organisieren (hier sei anzumerken, der nächste McDrive war an der nächsten Autobahn lokalisiert). Ganz dem Motto „What goes on in Holland, stays in Holland“ belassen wir die Berichterstattung an dieser Stelle – die Kollegen danken es :-)

Auch diese Nacht ging früh zu Ende – die Morgensonne begrüßte die wachen Gesichter und gönnte uns noch etwas von Ihrem Glanz als wir dann frisch, frei, fromm und fröhlich wieder ins wilde Meer stießen.

An diesem Tag ging der Segeltörn schon fast in Routine über – wir waren im Herzen halt doch schon „alte Seebären“. Demnach hatte wirklich jeder den Törn genossen und wir waren fast schon traurig als es dann am Sonntag wieder Richtung Heimat ging…

An dieser Stelle noch einmal herzliches Dank an die Organisatoren – mit den Worten eines Kollegen: „Der Segeltörntrip war „der Wahnsinn“!!!!“